IRON-Duathlon auf Rügen

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2014-IRONMAN-Rügen-pic005Mein letzter Wettkampf 2014 sollte die Teilnahme beim ersten IRONMAN in Mecklenburg-Vorpommern auf der Insel Rügen im Ostseebad Binz sein. Vier meiner RADGIGANTEN-Trainingsgruppe (Andi, Banschi, Daniel & Marten) taten es mit gleich, und so waren wir ein großes Team für das Projekt IRONMAN 70.3 auf Rügen. Ich war mir im Vorfeld nicht ganz sicher, ob ich in Topform sein würde, da die Saison bereits lang war, der IRONMAN in Wiesbaden nur fünf Wochen her und mein Körper mir bereits signalisierte zu pausieren. Zwei Tage vor dem Wettkampf sind wir angereist und beim Blick auf die Ostsee, konnte einen schon schlecht werden, wenn man diesen Wind spürte und die hohen Wellen gesehen hat. Die IRONMAN-Location befand sich direkt am Strand und viel gegenüber den anderen IRONMAN-Veranstaltungen, die ich bisher besuchte, schon etwas dürftig aus. Die Startunterlagen waren schnell abgeholt, und so war Zeit mit meiner Frau gemütlich durch Binz zu schlendern. Meine RADGIGANTEN-Kollegen nutzten die Zeit, um noch mal die Radstrecke abzuradeln. Am Samstag war dann die Wettkampfbesprechung. Vor dem Frühstück ging es aber noch mal mit lockeren Schritten auf die Laufstrecke. Diese Idee hatten dann wohl auch viele weitere Athleten. Das Wetter wurde ungemütlicher und auch der Wind nahm weiter zu, so dass der Veranstalter sich für Sonntag offen hielt, einen Triathlon mit verkürzter Schwimmstrecke oder ein Duathlon auszutragen. Anstatt des Schwimmens würden wir dann fünf Kilometer vorab laufen. Mir war es eigentlich egal, tendierte aber persönlich auch eher zum Duathlon. Schade für die Sportler, die hier zu ihrem ersten IRONMAN antreten wollten und dann „nur“ einen Duathlon bestreiten. Aber ich konnte den Veranstalter verstehen, dass bei den Ostseewellen die Sicherheit der Athleten vorgeht. Abends war dann die komplette RADGIGANTEN-Truppe mit samt Anhang gemeinsam zum Essen und stimmten sich zuversichtlich auf den Wettkampf ein. Am frühen Sonntagmorgen erhielten wir dann über Facebook die Info vom Veranstalter, dass es ein Duathlon werden würde.Egal, viel schlimmer war eigentlich das es in Strömen regnete und stürmte. Gestartet wurde ich mehreren Wellen. Die Profis gingen bereits um 10 Uhr auf die Strecke und ich musste mich noch bis 11 Uhr gedulden. Die Zeit verbrachte ich solange beim Bäcker, da war es wenigsten warm und trocken und eine heiße Schokolade gab es auch noch.
2014-IRONMAN-Rügen-pic012Dann viel auch mein Startschuss und ich ging auf meine erste Laufrunde. Nur nicht zu schnell angehen und schön gleichmäßig die Promenade entlang. Nach 20 Minuten war ich in der Wechselzone und hatte einen perfekten schnellen Wechsel. Es ging durch die endlos lange Wechselzone zum Fahrrad und begleitet vom Starkregen ab auf die beiden Radrunden. Die ersten Kilometer verliefen für mich normal, aber bereits bei Kilometer 10 machte ich einen kleinen Abflug von der Radstecke. Bei einer 90 Grad Linkskurve musste ich das erste mal wirklich die Bremsen benutzen und diese wollten wegen des vielen Wassers auf der Straße so gar nicht greifen und ich fuhr einfach gerade aus. Zum Glück war dort nur eine große Rasenfläche und mein Lauftrainer Bernd, der diesen Ausritt aufs Grün auch gleich auf Foto festhielt. Da ich nicht gestützt bin war schnell wieder auf der Strecke und konnte Gas geben. Bei Kilometer 20 überholte mich plötzlich Danny, dem ich auf der Laufstrecke fast 2 Minuten abgenommen hatte. Man muss Danny schnell gewesen sein auf den ersten Kilometern, denn mein Schnitt betrug 36 km/h. Damit war ich eigentlich zufrieden. Weitere 20 Kilometer konnte ich Danny dann noch folgen und musste dann abreißen lassen. Ich war platt und wusste eigentlich gar nicht so wirklich warum. Ich hatte ausreichend getrunken, immer mal wieder ein Gel genommen und mit durchschnittlich 36 km/h auch nicht zu schnell unterwegs gewesen. Aber mein Körper bremste mich aus und es ging einfach nicht mehr zügig weiter, wie ich gewollt hätte. Kurz vor Ende meiner ersten Radrunde hatte ich dann mein persönliches Highlight meines IRONMAN Rügen. In Binz mussten wir einen ganz schön steilen Berg hoch. Unten feuerte mich Robert an, etwas weiter oben dann der Stover Triathlonfanclub und ich erblickte Faris Al-Sultan vor mir. Immerhin Hawaii-Sieger von 2005. „Den hol ich mir jetzt“ kündigte ich laut an und nahm die Verfolgung auf. Faris musste aus dem Sattel, ich hingegen blieb in der Aeroposition sitzen und zog an ihm vorbei. Wie durch ein Zufall standen oben am Berg unser Radgiganten-Fanclub. Ich brüllte laut „ich hab Faris überholt – ich hab Faris überholt!!!“ Und was machte Faris? Der guckte richtig blöd aus der Wäsche und ich ließ mich feiern. Faris durfte dafür dann in die Wechselzone und ich zur Belohnung auf meine zweite Radrunde. Der Regen lies zwar nach, dafür wurde der Wind stärker. Und dann so etwas noch! Ein kleiner Defekt am Rad. Ich hörte, dass mein Vorderrad an der Bremse schliff. Deswegen anhalten? Ja, nein, ja nein, ok dann doch schnell vom Rad gestiegen und das Vorderrad zügig neu ausgerichtet und wieder aufs Bike. Keine 10 Kilometer weiter, wieder das gleiche Geräusch am Vorderrad. Noch mal abgestiegen und das Rad erneut ausgerichtet. Nun hielt es. Ich war auf der zweiten Runde deutlich langsamer unterwegs und 2014-IRONMAN-Rügen307legte mir im Kopf bereits den Plan für den 2014-IRONMAN-Rügen222Halbmarathon zurecht, dass ich beim Laufen nun richtig schnell sein müsste, um diese Zeit wieder aufzuholen. Daniel, der 20 Minuten vor mir startete überholte ich nun und wir tauschten uns kurz aus. Er hatte noch mehr Pech mit seinem Rad, da sein Armauflieger abgebrochen war und er jetzt nur noch in der Oberlenkerposition fahren konnte. Etwas später stand Andi dann an der Strecke und musste seinen Reifen flicken. Auch er büßte so etwas Zeit ein. Zurück in Binz ging es dann wieder durch die lange Wechselzone zum Strand runter, um ein letztes Mal die Laufschuhe zu schnüren. Von Strand wieder hoch auf die Promenade und dann ab die Post. Ich sah auch gleich Marten, der sich bereits auf seiner zweiten Laufrunde befand. Viele Zuschauer waren nun an der Strecke. Der erste Kilometer lief super, alles im Normalbereich. Auch der Zweite noch und beim Dritten wurde ich nun schon deutlich langsamer. Jetzt lag ich schon weit über einen fünf Minutenschnitt pro Kilometer, dabei wollte ich deutlich unter 4:30 Minuten pro Kilometer bleiben. Ich fühlte mich nicht gut und wusste, dass es jetzt richtig hart für mich auf meinen letzten 15 Kilometer werden würde. Ich steckte irgendwie an diesem Tag nicht in meinem eigenen Körper. Der fühlte sich richtig fremd an. So etwas hatte ich noch nicht erlegen müssen. Gerade beim Laufen war ich bisher immer stark. Auf jeder Runde gönnte ich mir jetzt zusätzlich eine längere Pause bei meiner Frau. Nicole und der restliche Fananhang bauten mich Runde für Runde wieder auf. Aufgeben stand für mich auch nie zu Debatte, auch wenn ich den Rest der Strecke hätte gehen müssen. Aber soweit kam es zum Glück nicht . 1:51:31 brauchte ich für meinen Halbmarathon. Ich wollte ganze 20 Minuten schneller sein, aber an diesem Tag wollte mein (oder auch nicht mein) Körper nicht mehr hergeben. So hab ich mich dann mit einer Zeit von 4:59:26 bis ins Ziel geschleppt und wurde 226. der Gesamtwertung und 43. der Altersklasse. Puhh, jetzt erst mal durchatmen. Die vierte IRONMAN-Medaille ist eingefahren. Das war ein hartes Stück Arbeit, so musste ich mich gerade auf der Laufstrecke noch nie quälen. Die Saison ist nun beendet. Jetzt heißt es erholen, regenerieren, und neue Kraft für 2015 schöpfen, denn bei meinem Projekt Roth 2015, soll mir so ein Einbruch nicht passieren.